Band 05 Cover

Frühjahr 2014

Band V

Ralph Norwood.

Text nach der ersten Buchausgabe 1860.
Herausgegeben und mit einem Anhang versehen von Ulf Debelius.

ca. 940 S., Frontispiz.
Hardcover mit Fadenheftung, Schutzumschlag und Lesebändchen.
ISBN 978-8288-2705-9  ca. € 59.-

Mit Ralph Norwood legte Fredéric Armand Strubberg im Jahr 1860 den umfangreichsten Roman seiner Karriere vor und schuf mit dem Titelhelden eine seiner düstersten und gleichzeitig gelungensten Figuren. Mit einer Mischung aus Abscheu, Bangen und Hoffen verfolgt der Leser den Lebensweg eines sich immer weiter in Schuld und Verbrechen verstrickenden Antihelden, den er am Todestage des Vaters als charakterschwachen, wiewohl mit guten Anlagen versehenen jungen Mann kennenlernt. Ralph Norwood, Sohn eines Ansiedlers an der Indianergrenze und einer Seminolenfrau, war von seinem Vater im Alter von sechs Jahren auf eine Schule in Columbus geschickt worden, um ihm eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Schon bald war Ralph dort an die falschen Freunde geraten, dem Spiel und dem Alkohol verfallen, und so versäumt er trotz rechtzeitiger Benachrichtigung von dessen schwerer Erkrankung den Tod seines Vaters, dem er zur Tilgung seiner Spielschulden sogar das Vieh gestohlen hat. Zwar bereut Ralph in der unmittelbaren Trauer um den Verlust des Vaters seine Jugendsünden, die ihm dieser noch auf dem Sterbebett vergeben hat, doch verfällt er schon bald wieder den Verlockungen seines früheren Lebens...
Vor dem historischen Hintergrund der Seminolenkriege in Florida entwarf Strubberg mit Ralph Norwood eine facettenreiche Abenteuererzählung, die mit Seeräubern, Familienintrigen und politischen Verschwörungen Elemente des zeitgenössischen Sensationsromans zitiert und damit die Grenzen des eigentlichen Wildwestromans sprengt. Thematisch ging der Autor damit erstmals weit über seine eigenen Erfahrungen während seiner Amerikaaufenthalte hinaus. Auch deshalb stellt der Roman eine deutliche Zäsur in Strubbergs literarischem Schaffen dar und ist wegweisend für nachfolgende Werke aus der mittleren Periode wie Saat und Ernte (AW-MA X) und In Süd-Carolina und auf dem Schlachtfelde von Langensalza (AW-MA XIII).

Der Band enthält neben dem zeichengetreuen Text auch das Frontispiz aus der Erstausgabe von 1860.

 

Band 07 CoverHerbst 2014

Band IX

In Mexico.

Text nach der ersten Buchausgabe 1865.
Herausgegeben und mit einem Anhang versehen von Ulf Debelius.

ca. 640 S.
Hardcover mit Fadenheftung, Schutzumschlag und Lesebändchen.
ISBN 978-3-8288-2709-7   € 49.-

In Mexico erschien 1865 und war Strubbergs zweite und letzte Arbeit für das Hannoveraner Verlagshaus Schmorl & von Seefeld, zu dem der Autor nach dem Bruch mit seinem bisherigen Verleger Carl Rümpler im Jahr zuvor gewechselt war. Dass Strubberg spätestens 1864 seine Geschäftsbeziehung mit Rümpler beendete, zu dessen Familie er Anfang der 1860er ein gutes und freundschaftliches Verhältnis gepflegt hatte, mochte seinen Grund darin gehabt haben, dass der Verleger im Jahr zuvor sein gesamtes belletristisches Programm um ein Drittel im Preis gesenkt und drei Romane Strubbergs sogar um die Hälfte reduziert hatte. Es ist daher nicht auszuschließen, dass der Wechsel zum schärfsten innerstädtischen Konkurrenten Rümplers nicht nur aus rein geschäftlichen Gründen von dem alles andere als uneitlen und leicht kränkbaren Autor vollzogen worden war.
Geographisch kehrte Strubberg nach seinem »Ausflug« in den Nordosten der Vereingten Staaten im vorhergehenden Roman Der Sprung vom Niagarafalle (AW-MA VIII) mit In Mexico zurück in die vertrauten Gefilde des Südwestens. Den Mexikanisch-Amerikanischen Krieg hatte er bereits in seiner Erzählung Die Amerikaner in Mexico, der zweiten Hälfte der Scenen aus den Kämpfen der Mexicaner und Nordamerikaner sowie in Alte und neue Heimath (AW-MA III) thematisiert und griff ihn in diesem Roman erneut auf. In keinem anderen Werk Strubbergs nimmt das historische Panorama, vor dem er seine Romanhandlung entfaltet, einen derart breiten Raum ein wie bei In Mexico. Und so ist in der abenteuerlichen Liebesgeschichte zwischen den beiden Helden, dem deutschen Maler Lothar von Colmar und der spanischen Adligen Urania, der eigentliche Protagonist des Romans der mexikanische General und Präsident Antonio Lopéz de Santa Anna. Der ambivalente Charakter dieser für die mexikanische Geschichte des 19. Jahrhunderts so bedeutenden Persönlichkeit übte auf Strubberg ersichtlich eine große Faszination aus, denn auch in seinem nächsten Roman Saat und Ernte (AW-MA X) ließ er ihn erneut auftreten.

Band 07 CoverFrühjahr 2015

Band VII

Carl Scharnhorst.
Abenteuer eines deutschen Knaben in Amerika.

Text nach der ersten Buchausgabe 1862.
Herausgegeben und mit einem Anhang versehen von Ulf Debelius.

ca. 360 S., zahlreiche Farb- und Schwarzweiß-Abbildungen.
Hardcover mit Fadenheftung, Schutzumschlag und Lesebändchen.
ISBN 978-3-8288-2707-3  ca. € 42.-

Fredéric Armand Strubberg hatte dem Cotta-Verlag 1855 seine Amerikanischen Jagd- und Reiseabenteuer angeboten und gekränkt reagiert, als der Verlag das Werk zunächst als Jugendschrift aufgefasst hatte. Sieben Jahre später, als der Autor sich mit weiteren Werken wie Bis in die Wildniß (AW-MA II) und Alte und neue Heimath (AW-MA III) im Erwachsenenleserkreis neben Autoren wie Möllhausen und Gerstäcker längst einen Namen als Verfasser spannender Reise- und Abenteuererzählungen gemacht hatte, griff er diese Idee jedoch auf und veröffentlichte im Herbst 1862 mit Carl Scharnhorst sein bis heute bekanntestes Werk, das bis Mitte des 20. Jahrhunderts in bearbeiteter Form immer wieder aufgelegt wurde und zu den Klassikern der deutschsprachigen Jugendliteratur zählt.
In die Geschichte um den Waisenjungen Carl Scharnhorst, der mit der Familie seines Onkels Max Turner aus der Nähe von Kassel in den amerikanischen Westen auswandert, ließ Strubberg einige aus den Jagd- und Reiseabenteuern bekannte Motive wie die Büffeljagd, den Kampf mit einem Grizzlybären oder einen Präriebrand einfließen und formte sie zu einer spannenden Erzählung um. Mit dem Farbigen Daniel, der die Turners auf ihrem Weg in das Grenzland begleitet und als Freund in ihren Familienkreis aufgenommen wird, schuf Strubberg – der während seiner Zeit in Amerika als Plantagenverwalter selbst Sklavenhalter gewesen war – eine seiner plastischsten und gelungensten Figuren, die weit entfernt ist von dem in der zeitgenössischen Abenteuerliteratur vorherrschenden Klischee des treudummen, radebrechenden »Mohren«.

Der Band enthält neben dem Text der Erstausgabe von 1862 auch sämtliche Bildtafeln aus den Ausgaben von 1862, 1872 und 1887 sowie Abbildungen ausgewählter Beispiele von Originaleinbänden.