Text nach der ersten Buchausgabe 1862.
Herausgegeben und mit einem Anhang versehen von Ulf Debelius.
ca. 360 S., zahlreiche Farb- und Schwarzweiß-Abbildungen.
Hardcover mit Fadenheftung, Schutzumschlag und Lesebändchen.
ISBN 978-3-8288-2707-3 € 42.-
Fredéric Armand Strubberg hatte dem Cotta-Verlag 1855 seine Amerikanischen Jagd- und Reiseabenteuer angeboten und gekränkt reagiert, als der Verlag das Werk zunächst als Jugendschrift aufgefasst hatte. Sieben Jahre später, als der Autor sich mit weiteren Werken wie Bis in die Wildniß (AW-MA II) und Alte und neue Heimath (AW-MA III) im Erwachsenenleserkreis neben Autoren wie Möllhausen und Gerstäcker längst einen Namen als Verfasser spannender Reise- und Abenteuererzählungen gemacht hatte, griff er diese Idee jedoch auf und veröffentlichte im Herbst 1862 mit Carl Scharnhorst sein bis heute bekanntestes Werk, das bis Mitte des 20. Jahrhunderts in bearbeiteter Form immer wieder aufgelegt wurde und zu den Klassikern der deutschsprachigen Jugendliteratur zählt.
In die Geschichte um den Waisenjungen Carl Scharnhorst, der mit der Familie seines Onkels Max Turner aus der Nähe von Kassel in den amerikanischen Westen auswandert, ließ Strubberg einige aus den Jagd- und Reiseabenteuern bekannte Motive wie die Büffeljagd, den Kampf mit einem Grizzlybären oder einen Präriebrand einfließen und formte sie zu einer spannenden Erzählung um. Mit dem Farbigen Daniel, der die Turners auf ihrem Weg in das Grenzland begleitet und als Freund in ihren Familienkreis aufgenommen wird, schuf Strubberg – der während seiner Zeit in Amerika als Plantagenverwalter selbst Sklavenhalter gewesen war – eine seiner plastischsten und gelungensten Figuren, die weit entfernt ist von dem in der zeitgenössischen Abenteuerliteratur vorherrschenden Klischee des treudummen, radebrechenden »Mohren«.
Der Band enthält neben dem Text der Erstausgabe von 1862 auch sämtliche Bildtafeln aus den Ausgaben von 1862, 1872 und 1887 sowie Abbildungen ausgewählter Beispiele von Originaleinbänden.
Text nach der ersten Buchausgabe 1860.
Herausgegeben und mit einem Anhang versehen von Ulf Debelius.
ca. 920 S., Frontispiz.
Hardcover mit Fadenheftung, Schutzumschlag und Lesebändchen.
ISBN 978-8288-2705-9 € 59.-
Mit Ralph Norwood legte Fredéric Armand Strubberg im Jahr 1860 den umfangreichsten Roman seiner Karriere vor und schuf mit dem Titelhelden eine seiner düstersten und gleichzeitig gelungensten Figuren. Mit einer Mischung aus Abscheu, Bangen und Hoffen verfolgt der Leser den Lebensweg eines sich immer weiter in Schuld und Verbrechen verstrickenden Antihelden, den er am Todestage des Vaters als charakterschwachen, wiewohl mit guten Anlagen versehenen jungen Mann kennenlernt. Ralph Norwood, Sohn eines Ansiedlers an der Indianergrenze und einer Seminolenfrau, war von seinem Vater im Alter von sechs Jahren auf eine Schule in Columbus geschickt worden, um ihm eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Schon bald war Ralph dort an die falschen Freunde geraten, dem Spiel und dem Alkohol verfallen, und so versäumt er trotz rechtzeitiger Benachrichtigung von dessen schwerer Erkrankung den Tod seines Vaters, dem er zur Tilgung seiner Spielschulden sogar das Vieh gestohlen hat. Zwar bereut Ralph in der unmittelbaren Trauer um den Verlust des Vaters seine Jugendsünden, die ihm dieser noch auf dem Sterbebett vergeben hat, doch verfällt er schon bald wieder den Verlockungen seines früheren Lebens...
Vor dem historischen Hintergrund der Seminolenkriege in Florida entwarf Strubberg mit Ralph Norwood eine facettenreiche Abenteuererzählung, die mit Seeräubern, Familienintrigen und politischen Verschwörungen Elemente des zeitgenössischen Sensationsromans zitiert und damit die Grenzen des eigentlichen Wildwestromans sprengt. Thematisch ging der Autor damit erstmals weit über seine eigenen Erfahrungen während seiner Amerikaaufenthalte hinaus. Auch deshalb stellt der Roman eine deutliche Zäsur in Strubbergs literarischem Schaffen dar und ist wegweisend für nachfolgende Werke aus der mittleren Periode wie Saat und Ernte (AW-MA X) und In Süd-Carolina und auf dem Schlachtfelde von Langensalza (AW-MA XIII).
Der Band enthält neben dem zeichengetreuen Text auch das Frontispiz aus der Erstausgabe von 1860.
Text nach der ersten Buchausgabe 1866.
Herausgegeben und mit einem Anhang versehen von Ulf Debelius.
ca. 600 S.
Hardcover mit Fadenheftung, Schutzumschlag und Lesebändchen.
ISBN 978-8288-2710-3 € 49.-
Saat und Ernte erschien als einziger Roman Strubbergs im Verlag von Ernst Julius Günther in Leipzig im Rahmen der populären Fortsetzungsreihe Album. Bibliothek deutscher Original-Romane, in der bereits Werke von so bekannten Autoren wie Wilhelm Raabe, Friedrich Wilhelm Hackländer und Friedrich Gerstäcker publiziert worden waren. Der in der Originalausgabe in fünf schmalen Kleinoktavbänden erschienene Roman zeigt Strubberg auf der Höhe seiner Schaffenskraft als klassischer Abenteuerliterat. Erneut gelingt es ihm — wie schon mit der Figur des Ralph Norwood (AW-MA V) — seinem Helden Albert Randolph mit dem intriganten Harry Williams einen faszinierenden und facettenreichen Bösewicht gegenüberzustellen. Während Harry als verhätschelter Sohn eines reichen, alteingesessenen Pflanzers in Kentucky aufwächst, muss Albert, dessen Familie in die Nachbarschaft der Williams' zieht, sich aus kleinen Verhältnissen hocharbeiten. Harry absolviert eine Kaufmannslehre in der Firma eines Familienfreundes in New Orleans, und Albert studiert in Philadelphia Rechtswissenschaften. Während der eitle und verwöhnte Harry in die Fänge eines gerissenen Sklavenhändlers gerät und sich in dessen dunkle Geschäfte verstricken lässt, wird Albert Randolph ein erfolgreicher Anwalt und zugleich unter seinem Vornamen ein ebenso gefeierter wie geheimnisumwitterter Dichter. Im Streit um die Gunst einer Frau begegnen sich die beiden Jugendfeinde wieder, und von diesem Moment an ist ihr Schicksal unwiderruflich aneinandergekettet...
Wie in vielen seiner Romane verarbeitete Strubberg auch hier Autobiographisches — der Dichter Albert ist ein offensichtliches Wunsch-Ich des Autors — und historische Ereignisse. Vor dem Panorama des texanischen Befreiungskrieges gegen Mexiko thematisert Strubberg den Sklavenschmuggel und die Landspekulation in Texas, die er als Kolonialdirektor von Friedrichsburg aus eigener Erfahrung kennengelernt hatte.
Der Roman Saat und Ernte diente Karl May (1842-1912) als Vorlage für seine 1879 in der Zeitschrift »All-Deutschland« erschienene Erzählung »Ein Dichter«. May änderte zwar die Namen der Helden, die Handlung ist jedoch — verkürzt auf einige Kernepisoden — eindeutig aus Strubbergs Roman übernommen und der Text passagenweise sogar wortgetreu kopiert.
Der Band enthält neben dem zeichengetreuen Text einen synoptischen Textvergleich mit Karl Mays Erzählung »Ein Dichter« im Anhang.


