»Ein literaturgeschichtlicher Meilenstein« |
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Aktuell
Armand-Herausgeber Ulf Debelius gibt den neuesten Band der
historisch-kritischen Karl-May-Ausgabe heraus
In Frühjahr 2012 erscheint im Rahmen der historisch-kritischen Ausgabe Karl Mays Werke der von Ulf Debelius herausgegebene Band IV.27 Im »wilden Westen« Nordamerika's.
Der Band vereint neun Reiseerzählungen Karl Mays aus seiner mittleren Schaffensperiode (1882-1898). Dabei handelt es teilweise um kleinere Auftragsarbeiten, die May auf der Basis von vorgegebenen Illustrationen schuf, sowie um die Zeitschriftenerstfassungen von Texten, die der Autor später in überarbeiteter Form in die berühmte grüne Buchreihe seiner »Gesammelten Reiseerzählungen« aufgenommen hat. Hierzu zählt neben Der Scout (der erste Teil des späteren Bandes Winnetou II) und einigen kürzeren, von May in seine Old-Surehand-Trilogie übergenommenen Texten insbesondere die Titelerzählung des Bandes mit der Erstfassung von Winnetous Tod.
In ihrem 60-seitigen Editorischen Bericht im Anhang legen die Bandbearbeiter Frank Werder und Ulf Debelius ein besonderes Augenmerk auf die Entstehungsgeschichte und die Publikationsumstände der einzelnen Erzählungen sowie auf ihre Bedeutung für die späteren Buchausgaben. Abgerundet wird der Band durch eine vollständige Bibliographie aller zu Mays Lebzeiten erschienenen Textfassungen sowie
eine ausführliche Textkritik mit Konjektur- und Variantenverzeichnissen.
Ursprünglich bereits für Dezember 2011 angekündigt, wird der Band wegen eines Fehlers beim Bucheinband nun voraussichtlich ab April 2012 erhältlich sein.

Band XVIII
Die geraubten Kinder.
Eine Erzählung aus Texas für die Jugend von Armand.
Text nach der Buchausgabe 1875.
Herausgegeben und mit einem Anhang versehen von Ulf Debelius.
246 S., 5 Farbabbildungen.
Hardcover mit Fadenheftung, Schutzumschlag und Lesebändchen.
ISBN 978-3-8288-2718-9 € 39.-
Nachdem er zwischen 1858 und 1862 ein halbes Dutzend Romane und romantisierende Reisebeschreibungen für ein in erster Linie erwachsenes Leserpublikum veröffentlicht hatte, gelang Fredéric Armand Strubberg ausgerechnet mit dem im Herbst 1862 bei Carl Rümpler in Hannover erschienenen Jugendroman Carl Scharnhorst (AW-MA VII) sein bis dato größter Publikumserfolg. Anders als viele seiner übrigen Werke erlebte das Buch schon zu seinen Lebzeiten mehrere Auflagen und entwickelte sich schnell zu einem Klassiker der deutschsprachigen Jugendliteratur. Wohl durch den Erfolg der 1872 in zwei unterschiedlichen Ausgaben erschienenen zweiten Auflage ermuntert, brachte der Autor mehr als zehn Jahre nach der Erstausgabe von Carl Scharnhorst ein weiteres Jugendbuch zu Papier. Da die Geschäftsbeziehung zu Rümpler, bei dem er zwischen 1859 und 1872 einen Großteil seiner in diesem Zeitraum verfassten Werke publiziert hatte, jedoch nicht mehr bestand, bot Strubberg im Juli 1874 das Manuskript der geraubten Kinder unter dem Arbeitstitel »Röschen und die treue Mutter« nach einer Pause von fünfzehn Jahren dem Cotta-Verlag als eine Idylle für die weibliche Jugend an, von der er glaube, daß sie einem augenblicklichen Bedürfniß entspringe. Obwohl seine Offerte nur mit einer kurzen Standardantwort abgelehnt wurde, trug er das Manuskript dem Verlag im Februar 1875 erneut an, diesmal mit dem Hinweis, er habe es als Gegenstück zu den Jagd und Reiseabentheuern geschrieben. Letztlich erschien das Buch – sechzehn Jahre nach der letzten Zusammenarbeit – Ende 1875 bei Eduard Trewendt und war damit das vierte und letzte Werk Strubbergs, das der Breslauer Verleger nach Bis in die Wildniß (AW-MA II), den Scenen aus den Kämpfen der Mexicaner und Nordamerikaner und Alte und neue Heimath (AW-MA III) veröffentlichte.
Mit der Erzählung über das von Indianern entführte Geschwisterpaar Röschen und Alfred, ihre abenteuerliche Flucht und die – selbstredend – glückliche Rettung versuchte Strubberg nach den kommerziellen Misserfolgen Der Methodisten-Geistliche und Zwei Lebenswege (AW-MA XVII) ersichtlich, an seinen großen Erfolg Carl Scharnhorst anzuknüpfen und gleichzeitig mit einem tapferen Mädchen als Protagonistin das potentielle Zielpublikum auf die weibliche Leserschaft auszudehnen.
Mit der Wiederveröffentlichung dieses nur in wenigen Originalexemplaren überlieferten Spätwerkes kann der Leser nunmehr einen direkten Vergleich zwischen beiden von Strubberg verfassten Jugenderzählungen anstellen, weswegen der Band innerhalb der Marburger Ausgabe zeitnah zu Carl Scharnhorst herausgegeben wird. Der Band enthält neben dem Text auch die vier Farbtafeln der ersten und bis heute einzigen Ausgabe von 1875 sowie eine Abbildung des Originaleinbandes.
Aktuelles zum Fortgang der Ausgabe:
Band VII befindet sich in Vorbereitung.
Die Herausgabe ist für Winter 2011/2012 geplant.
Band V befindet sich in Vorbereitung.
Die Herausgabe ist für Frühjahr 2012 geplant.
Band X befindet sich in Vorbereitung
Die Herausgabe ist für Herbst 2012 geplant.
Letzte Aktualisierung: 03.02.2012